Die sächsische Kultur- und Kreativwirtschaft – das sind knapp 75.000 Menschen, die mit ihrem künstlerischen Potenzial und kreativen Produkten lokal und weltweit für Veränderungen sorgen. Diese Kreativität braucht Freiräume, die es in den Metropolen des Freistaates immer seltener gibt. Auch hier wissen sich Sachsens Kreative zu helfen, wie der Wirtschaftsminister auf seiner Tour durch ländliche Regionen feststellen durfte. 

Räume für Ideen

Gute Beispiele aus Sachsen

Erzgebirge – Kreation trifft Tradition

Die Weltkulturerbe-Region lockt viele kluge Köpfe an. „WERBÄR“ beispielsweise ist ein Unternehmen, dass Architekturelemente u. a. für nachhaltige Messe- und Ausstellungssysteme aus Pappe fertigt. Dass Einfallsreichtum neue Räume erobert, zeigt sich eindrucksvoll im alten Annaberger Stadtbad, wo zukünftig Märkte und Veranstaltungen ihren Bestimmungsort finden sollen.

Ähnlich und doch anders kreativ geht es bei „mushrooms productions“ zu, 2018 Nachwuchspreisträger des sächsischen Designpreises in der Kategorie „Gestaltendes Handwerk“. Geschäftsführer Steven Busch fertigt hier seine eigenen Skier im Retrolook – maßgeschneidert, handgefertigt und nachhaltig.

Leipziger Neuseenland – Frische Ideen in alten Hallen
Inspiration findet sich im Leipziger Neuseenland an vielen Orten. In Markleeberg werden bei „Innenbau und Design“ mit viel Liebe zum Holz Maßfertigungsaufträge, wie zum Beispiel weltweit gefragte, individuelle DJ-Tische gefertigt.
Alte, leerstehende Fabriken der Ära des Kohleabbaus machen sich Künstler wie Michael Fischer-Art zunutze: In Borna hat er einem ehemaligen Maschinenhaus wieder Leben und Farbe eingehaucht. In Wurzen – nur 17 Minuten Zugfahrt von Leipzig entfernt – schafft die Leuchtenmanufaktur den Brückenschlag von traditionellem Handwerk und Kreativität. In den weitläufigen Hallen entstehen Werkstätten, Co-Working Spaces und Kindertagesstätten.

Oberlausitz – Grenzenlose Eigenleistung

Die Oberlausitz ergreift mit Leidenschaft, Energie und einem beeindruckenden gesellschaftlichen Miteinander die Herausforderungen und Chancen der sich wandelnden Zeit. Das zeigt beispielsweise die Initiative „Löbau lebt“, die aktiv kulturelle Veranstaltungen, Bildungs- und Jugendhilfe sowie Co-Working- und Makerspaces initiieren. Ganz ähnlich machen es die Akteure der Kunstmühle Ludwigsdorf und der Jakobpassage – beide schaffen Platz für innovative Arbeitskonzepte in Görlitz. Dabei arbeiten sie mit Partnern aus Wirtschaft und Politik zusammen und man einer kommt dafür auch in die Heimat zurück. Das „Kühlhaus Görlitz“ mit Skaterhalle, Garagenhostel, offenen Werkstätten und Ateliers für Kreativschaffende ist ebenfalls eine einzigartige Verbindung von Freizeit, Kultur, Tourismus und Produktion.

Soziales, persönliches Engagement und finanzierbare Freiräume beweisen, dass auch und besonders abseits der Metropolregionen das Potenzial für wegweisende Innovationen besteht.