Viele Unternehmen in Sachsen sind auf der Suche nach Unterstützung, um die personellen Herausforderungen des (digitalen) Strukturwandels zu bewältigen. Immer mehr häufen sich dabei die Fragen: 

  • Wie können freie Stellen und Ausbildungsplätze imUnternehmen erfolgreich besetzt werden? 
  • Wie steigert ein Unternehmen die Arbeitgeber-Attraktivität und Mitarbeiterzufriedenheit? 
  • Gibt es Wege, Beschäftigte nachhaltig an das Unternehmen zu binden?
  • Erziehung, Pflege, berufsbegleitende Weiterbildung – gibt es Lösungen, Beschäftigte bei diesen Fragen und Problemen zu unterstützen? 
  • Wie kann das Know-how älterer Mitarbeitender für jüngere Angestellte besser nutzbar werden?
  • Wie bleiben Angestellte langfristig gesund und motiviert?

Die gute Nachricht ist: Für all diese Fragen gibt es Programme, die Tipps und Unterstützung parat haben. Kleine und mittelständische Betriebe finden so Lösungen für ihre Personalarbeit. Beratungen und Coaching-Angebote direkt im Unternehmen bieten schnelle Hilfe. 

Die Mittelstandsrichtlinie des SMWA

Über die "sächsische Mittelstandsrichtlinie" werden Betriebsberatungen und Coachings zu Fragen der Unternehmensführung unterstützt. Dazu gehören zum Beispiel Strategien zur Besetzung freier Stellen und Ausbildungsplätze, zum betriebsinternen Wissenstransfer, aber auch zur Gesundheitsförderung der Beschäftigten. Als Ziel der Maßnahmen steht immer die Steigerung der Attraktivität als Arbeitgeber und damit die nachhaltige Stärkung der Mitarbeiterbindung.

SAB
Richtlinie des Sächsischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr zur Mittelstandsförderung (Mittelstandsrichtlinie)
Infoblatt zur Betriebsberatung

"Unternehmenswert:Mensch"

Die Kampagne "Unternehmenswert:Mensch" des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) unterstützt Betriebe mit weniger als 250 Beschäftigten beim Übergang in das digitale Zeitalter und bei der Personalarbeit. Die Angebote sind dabei auf vier Handlungsfelder verteilt: Personalführung, Chancengleichheit und Diversity, Gesundheit sowie Wissen und Kompetenz. 
Besonders nachgefragt ist die Kombination der Handlungsfelder „Personalführung und Kommunikation“ sowie „Wissen und Kompetenz“. Mit dem ESF-Programm bietet das BMAS eine individuelle Prozessberatung direkt im Unternehmen. Das bedeutet vor allem: Hilfe zur Selbsthilfe. Nur so werden systemeigene Ressourcen und Potenziale im Unternehmen nachhaltig aktiviert. Viele erfolgreiche Projekte zeigen, dass dieser Ansatz gut funktioniert, um etwa die betriebliche Kommunikation zu verbessern, Führungskräfte in ihrer Rolle zu stärken, Organisationsstrukturen weiterzuentwickeln oder einen Generationenwechsel in der Führung zu begleiten.

Jedes Unternehmen erhält eine kostenlose Erstberatung inklusive Analyse. Anschließend findet eine Prozessberatung direkt im Unternehmen statt. Die sächsischen Erstberatungsstellen übernehmen dabei gleichzeitig eine Lotsenfunktion für weitere Angebote und zeigen Unterstützungsstrukturen für eine moderne, mitarbeiterorientierte Personalarbeit auf.

Kleine und mittelständische Unternehmen, die betriebliche Veränderungsprozesse anstoßen wollen, können sich noch bis 31. Oktober 2019 einen Beratungsscheck ausstellen lassen. Damit kann sofort einer der etwa 2.000 autorisierten qualitätsgeprüften Prozessberater beginnen, das Unternehmen fit für die Zukunft zu machen.

Beratungsstellen

  • Erstberatungsstelle Chemnitz: ATB Arbeit, Technik und Bildung gemeinnützige GmbH, Prof. Dr. Michael Uhlmann, Neefestr. 76, 09119 Chemnitz (Tel.: 0371 3695813, E-Mail: uhlmann@atb-chemnitz.de)
  • Erstberatungsstelle Dresden: RKW Sachsen GmbH Dienstleistung und Beratung, Alexander Voigt, Freiberger Straße 35, 01067 Dresden (Tel.: 0170 2227764, E-Mail: uwm@rkw-sachsen.de)
  • Erstberatungsstelle Leipzig: Arbeit und Leben Sachsen e. V., Dr. Petra Gärtner, Löhrstraße 17, 04105 Leipzig (Tel. Tel.: 0341 71005-20, E-Mail: gaertner@arbeitundleben.eu)

Europäische Strukturfonds in Sachsen

Die Europäische Union trägt mit ihren Strukturfonds dazu bei, regionale wirtschaftliche Unterschiede innerhalb der EU auszugleichen. Darunter fallen in Sachsen die Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) sowie Sozialfonds (ESF). Beim EFRE liegt der Schwerpunkt bei der Förderung von Forschung, technologischer Entwicklung und Innovation. Die Wettbewerbsfähigkeit kleinerer und mittlerer Unternehmen soll gestärkt werden, Investitionen in Energieeffizienz und umweltfreundliche Verkehrsträger zur Stärkung des Klimaschutzes werden unterstützt sowie Maßnahmen zum Hochwasserschutz und zur nachhaltigen Stadtentwicklung benachteiligter Stadtquartiere. Es profitieren Unternehmen, Kommunen, Forschungseinrichtungen, Schulen und die Hochschullandschaft in Sachsen. Förderschwerpunkte beim ESF liegen bei Bildung, Aus- und Berufsbildung, nachhaltiger und hochwertiger Beschäftigung, sozialer Inklusion sowie der Bekämpfung von Armut und Diskriminierung.

Das ESF-Programm des BAFA

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle bezuschusst Beratungen für kleine und mittelständische Unternehmen in allen Fragen der Unternehmensführung. Mit der Förderung soll die Wettbewerbs- und Leistungsfähigkeit dieser Unternehmen gesteigert werden, was gleichzeitig Arbeitsplätze in der Region sichert. Gefördert werden allgemeine Beratungen zu allen wirtschaftlichen, finanziellen, personellen und organisatorischen Fragen der Unternehmensführung. 

Daneben werden spezielle Beratungen angeboten, wie man strukturellen Ungleichheiten begegnet, Arbeit altersgerecht gestaltet, Familie und Beruf besser vereinbart, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Migrationshintergrund integriert und/oder die Arbeit für Beschäftigte mit Behinderung gestaltet.